Makula Loch

Das Makulaloch

Die Retinaschicht des Auges ist eine Schicht, die aus Nervenzellen besteht und in der das einfallende Licht in Nervenimpulse umgewandelt und an das Gehirn weitergeleitet wird. Wenn wir das Auge mit einem Fotoapparat vergleichen würden, wäre die Retina der Film in dem Apparat. Die Makula befindet sich genau in der Mitte dieser Schicht und genau in der Mitte der Makula befindet sich die Fovea, mit einem Durchmesser wie ein Nadelkopf, wo sich das Licht bündelt. Fovea, oder wie es im Volksmund heißt der „gelbe Fleck“, ist die wichtigste Region der Retinaschicht für das zentrale und detaillierte Sehen.

Das Makulaloch ist das Loch, das sich genau im Sehzentrum befindet. Bei Patienten bei denen sich das Makulaloch entwickelt, bildet sich am Sehzentrum ein schwarzer Fleck und beeinträchtigt das Sehen sehr. Detaillierte Sehfunktionen wie das Erkennen der Gesichtszüge von Personen, Zeitunglesen usw. wird stark beeinträchtigt. Da aber die anderen Retinaregionen normal sind, wird das umsichtige Sehen nicht beeinträchtigt.

 
 

Typisches Makulaloch

Makulaloch-Ansicht mit optischer Kohärenztomografie

 

Wenn die Faktoren, die zum Makulaloch führen,  auch nicht ganz bekannt sind, spielen einige Veränderungen, die das Auge mit dem Alter erfährt, eine Rolle. Vitreus, die gallertartige Flüssigkeit im Augeninneren, zieht sich im Laufe der Zeit zusammen und übt eine Ziehkraft auf das Sehzentrum aus und in dieser Region bildet sich dann ein Loch. 
Die häufigste Ursache des Makulalochs ist ein Zustand, der idiopathisch genannt wird und ohne besonderen Grund von selbst auftritt. Das Alter spielt dabei eine Rolle. Außerdem können auch Traumen, die man am Auge erleidet zum Makulaloch führen. Wenn sich an einem Auge von selbst ein Makulaloch gebildet hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch am anderen Auge auftritt, größer als bei gesunden Menschen. 
Eine Behandlung des Makulalochs mit Medikamenten ist nicht möglich. Es wird eine Operation angewandt, die Vitrektomie genannt wird. Bei dieser Operation erfolgen im Wesentlichen die Entfernung des Glaskörpers (Vitrektomie) und die Entfernung der dünnen Gewebsauflagerungen auf der Netzhaut, die zu den Ziehkräften führen. Zum Schluss der Operation wird das Auge mit Luft oder einem Luft/Gasgemisch gefüllt. Nach der Operation wird die Sehkraft des Patienten durch das Gas, das sich im Auge befindet, einige Wochen lang gemindert. Mit der Zeit nimmt die Augenflüssigkeit den Platz des Gases ein und somit bessert sich auch die Sehkraft des Patienten. Die Erfolgsrate der Operation, das heißt, dass sich das Makulaloch schließt,  liegt bei 80-90%. Allerdings liegt diese Rate bei Traumafällen, seit langer Zeit bestehenden Löchern und bei Löchern mit großem Durchmesser niedriger. 
Die Makulaloch-Operation kann mit lokaler oder allgemeiner Anästhesie  durchgeführt werden. Um die Erfolgschance dass sich das Makulaloch schließt zu erhöhen, wird dem Patienten geraten nach der Operation einige Nächte lang mit dem Gesicht nach unten zu schlafen.

text_clip_image006

Nach einer Makulaloch-Operation sollte man einige Tage lang mit dem Gesicht nach unten schlafen.