Katarakt-Chirurgie

Was ist Katarakt? Wie entsteht er?
Es gibt eine natürliche Linse, die sich gleich hinter dem farbigen Teil unseres Auges befindet und normalerweise nicht zu sehen ist weil sie durchsichtig ist. Da diese Linse durchsichtig ist sehen wir die Pupille als schwarz. Die Linse leitet die Strahlen, die ins Auge kommen, auf die Nervenschicht und sorgt dafür, dass ein scharfes Bild entsteht. Damit das Licht durch die Linse hindurch zu der Nervenschicht gelangen kann, muss die Linse klar (durchsichtig, transparent) sein. Wenn diese durchsichtige Linse aus unterschiedlichen Gründen trüb wird, nennt man das Katarakt. Diese Trübung kann an irgendeiner Stelle der Linse oder auf der ganzen Linse sein.

Ist Katarakt eine Alterskrankheit? Kommt sie auch bei jungen Menschen vor?
Katarakt kann bei Menschen jeden Alters und sogar bei Babys vorkommen.  Er kommt aber in den mittleren Jahren selten vor. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Häufigkeit zu. Bei Menschen, die zwischen 50 und 59 Jahre alt sind, ist die Rate ca. 50% und bei Menschen über 80 gibt es bei fast allen – und wenn es auch im kleinen Maßstab ist – eine Trübung. Allerdings muss diese Trübung nicht immer zu beträchtlichen Beeinträchtigungen der Sehkraft führen.

Was sind die Gründe für das Entstehen von Katarakt?
Die wichtigsten Gründe für Katarakt bei Erwachsenen sind die Veränderungen in der Linse, die mit dem Altern der Linse vorkommen. Bei Kindern sind es  metabolische Krankheiten, Ehen unter Verwandten, Krankheiten, die man im Bauch der Mutter erlitten hat, Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft, mikrobische Ursachen und auch Verletzungen können einen Einfluss darauf ausüben. Außerdem kann Katarakt auch durch Stöße gegen das Auge (Trauma), Diabetes, Entzündungen im Inneren des Auges (Uveitis), Nierenkrankheiten, Glaukom, Radiation, hoher Blutdruck (Hypertonie) und langanhaltende Kortisoneinnahme entstehen.

Kann Katarakt mit Medikamenten behandelt werden?

Bei Katarakt gibt es außer dem chirurgischen Eingriff keine andere Behandlungsmöglichkeit. Wenn es auch einige Medikamente gibt, die noch in der Versuchsphase sind, sind noch keine Erfolge gemeldet worden. Wir können also sagen, dass die Behandlung von Katarakt nur über eine Operation geht.

  • Zunehmender schmerzloser Verlust der Sehschärfe,
  • Verschwommensehen und zunehmende Blendungsempfindlichkeit,
  • Häufiges Ändern der Brillenglasstärke
  • Das Bedürfnis die Brillengläser öfter zu putzen
  • Schwierigkeiten beim Autofahren,
  • Abnahme der Sehkraft in der Nacht und Zerstreuung vom Licht,
  • Bedürfnis nach viel Licht beim Lesen,
  • Gelegentlich treten monokulare Doppelbilder auf,
  • Verblassen oder Vergilben der Farben 

Unter welchen Umständen wird die Kataraktoperation unumgänglich?
Wenn bei dem Patienten eine der nachstehend aufgezählten Umstände auftritt, wird eine Operation empfohlen:

  • Wenn die Sehkraft für die alltäglichen Bedürfnisse nicht mehr ausreicht.
  • Wenn eine Krankheit wie eine Augenentzündung die Katarakt ausgelöst hat und die Behandlung und Nachverfolgung verhindert.
  • Wenn Katarakt zur Erhöhung des Augendrucks führt.
  • Welche Operationsarten gibt es bei Katarakt von der Geburt an und bei Umständen, die zu Minderung der Sehkraft oder zum Schielen führen?

Je nach dem wie die Linse chirurgisch herausgenommen wird, gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Intrakapsuläre Kataraktextraktion: Die Linse wird mit dem gesamten Kapselsack entfernt. Es ist eine veraltete Methode. 
2. Extrakapsuläre Kataraktextraktion: Dabei wird nur ein Teil der vorderen Kapsel entfernt und der Linsenkapselinhalt wird mit Ultraschall verflüssigt und durch Saugspülung abgesaugt und somit gereinigt (Phakoemulsifikation). Anschließend kann eine Intraokularlinse eingesetzt werden. Die anzuwendende Operationsart kann nach dem Alter und dem Zustand der Augen des Patienten und der Wahl des Chirurgen wechseln.

Laserlicht versus Ultraschallwellen

Bei der Operation des «grauen Stars» wird die trübe Augenlinse entfernt und durch eine Linse aus Kunststoff ersetzt. Bei der herkömmlichen Technik wird die trübe Linse von Hand mit einer feinen Nadel eröffnet und dann mittels Ultraschall zertrümmert und abgesaugt. Die Energie des Ultraschalls ist wegen der Reflexion der Schallwellen nicht auf die Linse beschränkt und belastet das umgebende Auge. Im Gegensatz dazu wird bei der neuen Lasertechnik das Auge zuerst exakt vermessen, so dass mit einer individuell angepassten Lichtdosis die trübe Linse im einen für die Optik ideal zentrierten Bereich eröffnet wird. Dann wird die Linse durch das Laserlicht in kleinste, absaugbare Fragmente unterteilt. Dabei erlaubt die Lasertechnik die Energie punktgenau zu steuern und nur am gewünschten Ort wirksam werden zu lassen.

 «Sowohl die Ultraschall-, als auch die Lastertechnik sind sehr gut geeignet, den grauen Star zu behandeln. Die Vorteile der Laserperation bezüglich Präzision, optischer Zentrierung und Schonung des Auges sind aber offensichtlich, und wir sind überzeugt, dass dieser inovativen Technik die Zukunft gehören wird», erklärt PD Dr. med. Michael Thiel, Chefarzt der Augenklinik.

Was ist die beste Methode, die bei der Kataraktbehandlung angewendet werden kann? 
Die Methode kann nach dem Alter des Patienten, dem Zustand der Augen, der Entscheidung des Chirurgen und der anzuwendenden Linsenart variieren. Heutzutage werden die extrakapsulären Methoden, bei denen die eigenen Häutchen der Linse geschützt werden, vorgezogen. Je nach dem Zustand des Patienten oder dem Verlauf des Eingriffs kann auch die andere Methode genutzt werden. 
Welche Eigenschaften sollten die bei der Operation eingesetzten Intraokularlinsen haben? 
Die einzusetzenden Linsen sind heutzutage im Allgemeinen so hergestellt, dass sie Monofokallinsen sind, also entweder das Nahe oder das Ferne klar zeigen. Damit der Patient nach dem Einsatz solch einer Linse sowohl das Nahe als auch das Ferne klar sehen kann, kann es notwendig sein, das er eine Brille oder Kontaktlinsen tragen muss. 

  • In letzter Zeit  werden auch Linsen eingesetzt, die multifokal sind und dafür sorgen, dass der Patient nach der Operation sowohl das Nahe als auch das Ferne klar sehen kann oder die besondere Farbbeschichtungen haben und schädliche Strahlen vom Auge abhalten. Diese Art von Linsen werden nach gemeinsamer Absprache zwischen dem Patienten und seinem Arzt eingesetzt.
  •  

Was muss vor einer Kataraktoperation gemacht werden? 
Vor der Operation werden verschiedene Untersuchungen wie das Alter des Patienten, seine weiteren Krankheiten, Medikamente die er einnimmt und nach der Art der auszuführenden Operation bei Fällen, in denen es als notwendig erachtet wird, verschiedene weitere Untersuchungen angestellt werden.  Insbesondere sollten Sie alle Medikamente, die Sie einnehmen, Ihrem Arzt mitteilen und je nach Art der Medikamente seinen Empfehlungen folgen. Bevor oder auch nach dem Sie in den Operationssaal gebracht werden können Ihnen einige Medikamente oral oder in den Arm oder Po verabreicht werden. Sie dürfen mindestens 6 Stunden vor der Operation nichts mehr essen oder trinken. Es könnte empfehlenswert sein, dass Sie eine Begleitung haben, die Ihnen behilflich sein kann. Es wird nötig sein, dass Sie sich abschminken und Ihre Schmucksachen ablegen. Da Ihnen einige Tropfen ins Auge gegeben werden, können sich Ihre Pupillen erweitern und Ihre Augen erröten.

Wird bei der Operation Anästhesie angewandt? 
Bei der Kataraktchirurgie wird eine allgemeine Anästhesie (vollkommener Schlaf) im Allgemeinen bei Kindern vorgezogen. Eine andere Möglichkeit ist die lokale Anästhesie, wobei rund um das Auge Betäubungsmittel eingespritzt werden. Es ist auch möglich ohne Injektionen nur durch Tropfen das Auge zu betäuben (topische Anästhesie) um die Operation auszuführen. Diese Art der Anästhesie wird bei dafür geeignet Patienten angewandt. 

Wie wird die Kataraktoperation durchgeführt?
Nach dem das Auge für die Operation betäubt worden ist, wird entsprechend der gewählten Methode der Augapfel geöffnet und zuerst die hauchdünne Hülle, die die Linse umgibt geöffnet und das getrübte Linsenmaterial als ganzes oder zerstäubt entfernt. Zurück bleibt die glasklare leere Linsenhülle. Wiederum nach Alter des Patienten, Zustand des Auges und der Art der Operation kann die Kunstlinse eingepflanzt werden. In manchen Fällen (z.B. bei Kindern unter einem Jahr) kann die Linse nicht eingesetzt werden. In manchen anderen Fällen kann wegen des Verlaufs der Operation und des Augenzustands die Linse nicht eingesetzt werden oder bis zu einer zweiten Operation verzögert werden. In manchen anderen Fällen wiederum kann es vorkommen, dass es notwendig wird, das man eine andere Art von Linsen (die an die Augenwand angenäht werden müssen, die an den farbigen Teil befestigt werden müssen) einsetzen muss, als geplant. Wenn solche Fälle eintreten, wird der Arzt, der die Operation ausführt eine Entscheidung treffen, die für Sie am besten ist. 

Ist eine Behandlung nach der Operation notwendig?
Im Allgemeinen wird nach der Operation ein Augenverband angelegt. Dieser Verband sollte so lange am Auge bleiben, wie es Ihr Arzt empfiehlt. Nach der Operation sollten Sie auf Ihre Augen keinen Druck ausüben oder Ihre Augen reiben. Ihr Arzt wird Ihnen auch mitteilen, wie lange Sie im Krankenhaus bleiben sollen. Wenn Sie aus dem Krankenhaus entlassen werden, sollten Sie kein Auto fahren. Nahrung und Medikamente sollten Sie nach der Empfehlung der Krankenschwestern und Ärzte der Klinik zu sich nehmen. 
Dinge wie: das Waschen des Gesichts, baden, Gegenstände tragen, Gebete verrichten, Sport treiben, wieder zu arbeiten, im Meer oder Schwimmbecken zu schwimmen sollten Sie nur nach Beratung mit Ihrem Arzt ausüben. Medikamente, die Ihnen nach der Operation verordnet werden (Tropfen, Salben, Tabletten, Sirup usw.), sollten Sie in der Art und so lange wie es Ihr Arzt angeordnet hat einnehmen. Sie dürfen Ihre Medikamente nicht ohne Ihren Arzt zu befragen wechseln, mindern oder absetzen. Bevor Sie die Ihnen verordneten Tropfen und Salben benutzen, sollte die Person, die diese Medikamente an Ihrem Auge anwendet auf jeden Fall die Hände gründlich mit Seife waschen. Bei der Anwendung der Medikamente darf die Spitze des Tropfenbehälters oder der Rand der Salbendose auf keinen Fall das Augenlied, die Wimpern, die Haut, die Hand, Papier oder Servietten u.ä. berühren. Nach der Operation werden nach 1 Tag, 1 Woche und 1 Monat Kontrollen durchgeführt. In dieser Periode wird mit Augentropfen zum einen der Heilung des Auges und zum anderen dem Schutz gegen Bakterien beigetragen. Für die Beobachtungszeit nach der Operation und was in dieser Zeit zu machen ist, müssen Sie die Hinweise Ihres Arztes beachten. 
Schadet es dem Auge wenn man nach der Operation liest? Nein, das Lesen schadet dem Auge nicht. Wenn Sie haben und wenn es Ihnen hilft, können Sie beim Lesen Ihre alte Brille benutzen. Allerdings kann gleich nach der Operation am Auge Müdigkeit oder Unwohlsein auftreten. Fernsehen ist weniger ermüdend und schadet dem Auge nicht. Die Brille für Fern und Nah kann nach der Operation zu einem Zeitpunkt, den Ihr Arzt bestimmt, angepasst werden.

Was für Veränderungen finden im Leben einer Person statt, die eine Kataraktoperation hinter sich hat? 
Man ist auch neugierig, ob die Kataraktchirurgie in manchen Bereichen Einschränkungen nach sich zieht. Nach dem chirurgischen Eingriff können die Personen, die die gesetzlich vorgeschriebene Sehkraft erhalten, ihren Führerschein machen und Fahrzeuge fahren. Sie können auch Sportarten treiben, die keinen direkten Körperkontakt benötigen. Allerdings dürfen sie nicht Polizeibeamter oder Soldat werden.

Kann Katarakt wieder auftreten? 
Bei Personen, die eine Kataraktoperation hinter sich haben, kann Katarakt nicht nochmal auftreten. Die leere Linsenhülle, in die die Linse durch die Operation eingesetzt wird, kann im Laufe der Zeit matt werden. Wenn dieser Umstand in der Bevölkerung auch als „Nachstar“ bezeichnet wird, ist es eigentlich kein Katarakt. Der Nachstar kann mit einem speziellen Laser in wenigen Minuten entfernt werden. Nur bei Kindern und seltenen Fällen wo die Linsenkapsel zu dick wird, kann es notwendig werden, mit einer Operation zu säubern.