Altersbedingte Makuladegeneration  (Erkrankung des gelben Flecks) 
Die altersbedingte Makuladegeneration kommt wie auf der ganzen Welt, auch in der Türkei bei den Krankheiten, die in der Gruppe der über 55-60 jährigen Personen zum Verlust der Sehkraft führen, an erster Stelle. Die Personen, die an dieser Krankheit leiden, haben Probleme bei alltäglichen Dingen wie Lesen, Autofahren, das Erkennen der Gesichtszüge von anderen Menschen oder Fernsehen. Trotzdem wird eine Person auch im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit nicht total blind sondern kann mit dem Sehbereich außerhalb des zentralen Sehens ihr alltägliches Leben fortführen.

Was ist die altersbedingte Makuladegeneration?
Die Retinaschicht des Auges ist eine Schicht, die aus Nervenzellen besteht und in der das einfallende Licht in Nervenimpulse umgewandelt und an das Gehirn weitergeleitet wird. Wenn wir das Auge mit einem Fotoapparat vergleichen würden, wäre die Retina der Film in dem Apparat. Die Makula befindet sich genau in der Mitte dieser Schicht und genau in der Mitte der Makula befindet sich die Fovea, mit einem Durchmesser wie ein Nadelkopf, wo sich das Licht bündelt. Fovea, oder wie es im Volksmund heißt der „gelbe Fleck“, ist die wichtigste Region der Retinaschicht für das zentrale und detaillierte Sehen. Personen, die an einer altersbedingten Makuladegeneration leiden, sehen die Figuren verzerrt und haben Sehverlust.

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Gelber Fleck (Fovea) ist der wichtigste Teil des Auges für die Sehfunktion.
Wenn auch die Retinaschicht selbst in sich eine Schicht Blutgefäße beinhaltet, wird sie zum größten Teil aus einer Schicht, die gleich darunter liegt und reich an Blutgefäßen ist, ernährt. 
Zwischen diesen beiden Schichten gibt es ein dünnes Häutchen, das die Aufgabe eines Filters erfüllt. Die Materien, die während des Lebens sich im gelben Fleck – auch durch die toxische Wirkung des Lichts – ansammeln, werden durch einem bestimmten Mechanismus aus dieser Region gesäubert und an die darunter liegende Schicht, die reich an Blutgefäßen ist, übertragen und über das Blut entfernt.
Bei der altersbedingten Makuladegeneration können bei manchen Personen ab 50-55 häufig diese Rückstände aus unbekannten Gründen nicht entfernt werden, sammeln sich in dieser Region an und führen zu einigen unerwünschten Zuständen. Somit beginnt diese Krankheit.
Bei der altersbedingten Makuladegeneration gibt es zwei Arten: die trockene und die feuchte Form. Bei der trockenen Form entsteht bei den Zellen in dieser Region wegen dieser Ansammlung von Rückständen ein begrenzter Verlust. Bei der feuchten Form bilden sich direkt unterhalb des gelben Flecks, zwischen den Schichten  unerwünschte Knoten aus Blutgefäßen. Aus diesen Knoten kommt es in kurzer Zeit zum Austritt von Blutflüssigkeit und Blutungen und der Sehverlust beginnt. Obwohl 90% aller Erkrankungen des gelben Flecks zur trockenen Form gehören, ist für 90% der Fälle, wo ein Sehverlust auftritt, die feuchte Form verantwortlich. Das heißt, obwohl sie weniger häufig vorkommt, führt sie zu mehr Sehverlust. Eine altersbedingte Makuladegeneration, die als trockene Form beginnt, kann im Laufe der Zeit sich zu einer feuchten Form entwickeln. Aus diesem Grund sind regelmäßige Kontrollen unverzichtbar.

 
 

Altersbedingte Makuladegeneration
trockene Form

Altersbedingte Makuladegeneration
feuchte Form

 
 
 

Was sind die Anzeichen der altersbedingten Makuladegeneration?
Die frühen Anzeichen dafür, dass sich die Krankheit zur feuchten Form gewandelt hat, sind Verzerrungen bei geraden Linien (verbogen, verzerrt) und Abnahme des Sehfelds.

 
 

Bei der altersbedingten Makuladegeneration als feuchte Form tritt zuerst bei geraden Linien eine Verzerrung und anschließend Sehverlust genau im Zentrum auf.

Sehverlust genau im Zentrum bei der altersbedingten Makuladegeneration als feuchte Form

 
 
 

Um die Verzerrungen bei geraden Linien festzustellen gibt man den Patienten eine einfache Karte mit einem Rastermuster, damit sie sich selbst von Zeit zu Zeit testen können. Diese Karte bezeichnet man als Amsler-Karte. Der Patient kann (falls er eine benutzt) seine Nahbrille aufsetzen und nacheinander je ein Auge mit der Hand zudecken und in das Zentrum der Amsler-Karte schauen. Somit kann er testen, ob es bei den Linien, die das Muster dieser Karte darstellen, irgendwelche Verzerrungen gibt. Somit können Verzerrungen bei geraden Linien bei der altersbedingten Makuladegeneration als feuchte Form festgestellt werden. Wenn man ein ungewohntes Bild sieht, sollte man ohne Zeit zu verlieren eine Retinauntersuchung durchführen lassen.

 
 

Amsler-Karte

Amsler-Gitter-Test

 
 
 

Ein Beispiel für die Linienverzerrung, die der Patient bei der altersbedingten Makuladegeneration als feuchte Form, sehen kann. 
Wird bei der altersbedingten Makuladegeneration das andere Auge auch beeinträchtigt?
Die altersbedingte Makuladegeneration ist eine Krankheit, die beide Augen betrifft. Allerdings ist es häufig der Fall, dass der Zustand des einen Auges schlimmer ist als der des anderen Auges.
Gibt es vorbeugende Maßnahmen? Wenn ja, welche?
Es ist zwar nicht möglich den Wechsel von der trockenen Form zur feuchten Form ganz zu verhindern aber durch einige Änderungen der Lebensart und der Ernährungsweise kann man das Risiko vermindern, dass die Krankheit sich zu noch schwereren Stadien entwickelt.
Es ist erwiesen, dass das Rauchen die Entwicklung dieser Krankheit fördert. Wenn der Patient raucht, sollte er damit so schnell wie möglich aufhören. Außerdem wurde es durch Studien erwiesen, dass der Verzehr vom dunkelgrünen Gemüse mit Fasern und auch Obst den Verlauf der Krankheit verlangsamt.
Bei Forschungen bezüglich dieser Krankheit, die im großen Umfang und mit mehreren Zentren durchgeführt wurden, wurde erwiesen, dass mit manchen Medikamenten, die einige Antioxidationsmittel, Vitamine und Mineralien enthalten, das Risiko des Übergangs von der trockenen zur feuchten Form und somit das Risiko des Sehverlusts vermindert werden kann. Die Vitamine, die durch diese Forschungen empfohlen werden sind folgende:

  • 500 mg Vitamin C
  • 400 IU Vitamin E
  • 15 mg Beta-Carotin
  • 80 mg Zinnoxid
  • 2 mg Kupferoxid

Bevor man Vitamine/Vitaminkombinationen einnimmt, sollte man sich auf jeden Fall von einem Augenarzt beraten lassen. Der Arzt könnte einige Zusatzempfehlungen haben (so sollten z.B. Raucher kein Beta-Carotin  einnehmen und Vitamin E darf nicht mehr als 400 IU sein). 
Risikofaktoren für die altersbedingte Makuladegeneration (Erkrankung des gelben Flecks)

  • Familienmitglieder, die an dieser Krankheit leiden
  • Rauchen
  • Hoher Blutdruck  und hoher Lipide – Cholesterol
  • Übergewicht (Obesität)

Was muss man machen um sich vor der altersbedingten Makuladegeneration zu schützen?

  1. Nicht rauchen
  2. Zu einer Ernährungsweise übergehen, die reich an grünem Gemüse mit Fasern und Obst ist und mindestens 1-2 mal wöchentlich Fisch essen
  3. Lebensmittel, die in Friteuse zubereitet werden und Transfette enthalten vermeiden und den Verbrauch an Olivenöl steigern.
  4. Normale Werte für Lipide, Cholesterol und Blutdruck erreichen
  5. Gewichtskontrolle
  6. Sportliche Betätigung
  7. Wenn die altersbedingte Makuladegeneration als trockene Form bereits begonnen hat, sollte man unter der Beratung durch einen Arzt mit den vorstehend erwähnten Kombinationstabletten beginnen, die Vitamine und Mineralien enthalten,
  8. Wenn es in der Familie Erkrankungen des gelben Flecks gibt oder die aufgezählten anderen Risikofaktoren bestehen, sollte man sich regelmäßig einer Retinauntersuchung unterziehen.

Wie ist die Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration? 
Die altersbedingte Makuladegeneration, die von der trockenen zur feuchten Form übergegangen ist,  ist eine Krankheit, die so schnell wie möglich behandelt werden muss. Bis vor kurzer konnte man bei der Therapie  dieser Krankheit keine besonders guten Ergebnisse erzielen aber heute ist die Therapie  Dank der hochentwickelten Technologien und neuer Therapiemethoden sehr erfolgreich.
Das Ziel bei der Therapie  der altersbedingten Makuladegeneration der feuchten Form ist es die unerwünschten Blutgefäßanhäufungen, den Austritt von Blutflüssigkeit und Blutungen die sich zwischen den Schichten gebildet haben und die Krankheit verursachen, auszutrocknen. Dazu gibt es verschiedene Therapiemethoden.
Laser-Therapie 
Das ist die älteste Methode, die bei der altersbedingten Makuladegeneration der feuchten Form angewandt wird. Heute sind die Fälle, bei denen die Laser-Therapie  eingesetzt werden kann, begrenzt. Von den Patienten, die an der  feuchten Form erkrankt sind, sind ca. 15 % für die Standard-Laser-Therapie  geeignet. Bei den Patienten, bei denen die  Laser-Therapie  angewandt wurde, können sich zu 50 % wieder Blutgefäßknoten bilden.
Photodynamische Therapie (PDT) 
Das ist eine Therapiemethode, die nach der Standard-Laser-Therapie  entwickelt wurde und ca. seit 10 Jahren angewandt wird.  Bei der PDT wird Verteporfin (Visudyn) am Arm eingespritzt und dafür gesorgt, dass sich dieser Stoff im Auge an das geschädigte Gewebe anbindet. Anschließend wird eine besondere Laser-Therapie  83 Sekunden lang am Auge angewandt. Es ist bei einigen Typen der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration wirksam. Allerdings bewirkt es im Allgemeinen keine Zunahme der Sehkraft. Bei einer Anwendung über 1 Jahr liegt die Erfolgsrate für die Bewahrung des vorhandenen Sehvermögens bei ca. 50-60%. In den folgenden Jahren nimmt diese Rate ab. Heute wird diese Methode nur bei geeigneten Fällen und nur selten alleine angewandt. Abgesehen davon kann sie in Kombination mit den nachstehend aufgeführten neuen Medikamenten, die in das Auge injiziert werden, angewandt werden.
Therapie, die das Wachstum von Blutgefäßen hemmt (Anti-VEGF-Therapie) 
Das ist die aktuellste Therapie die heute bei der Behandlung der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration am wirksamsten zu sein scheint. Sie besteht aus Wirkstoffen wie Bevacizumab (Avastin, Altuzan), Ranibizumab.
Bei der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration kommt es zwischen den Schichten, die die Rückwand des Auges bilden, zu einem unerwünschten Wachstum von Blutgefäßen (siehe: „Was ist die altersbedingte Makuladegeneration“). Bei diesem Wachstum der Blutgefäße spielen die Wachstumsfaktoren der Blutgefäße, die in dieser Region wirksam sind, eine Rolle. Bei der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration werden diese Wachstumsfaktoren durch die Anti-VEGF-Therapie unwirksam gemacht und das entstandene Wachstum aufgehoben und somit die Blutung verhindert. Bei dieser Therapie werden Medikamente wie Bevacizumab (Avastin, Altuzan) direkt in das Auge injiziert. 
Bei dieser Therapie liegt bei der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration bei einjähriger Anwendung die Erfolgsrate das vorhandene Sehvermögen zu erhalten bei über 90%. In der gleichen Zeitspanne liegt die Erfolgsrate für die Erhöhung des Sehvermögens bei ca. 30%. Diese Injektionen um den Verlust der Sehkraft zu verhindern und sogar um sie zu erhöhen werden in bestimmten Abständen regelmäßig wiederholt.

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Anti-VEGF-Therapie bei der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration

Was muss man bei der Beobachtung machen? 
Die altersbedingte Makuladegeneration ist – unabhängig davon ob feuchte oder trockene Form – eine Krankheit, die eine regelmäßige Beobachtung erfordert. In der Phase der Diagnose und der Beobachtung muss unbedingt eine Fundus Fluoreszenzangiographie   (FFA) und optische Kohärenztomografie zur Untersuchung der Retina durchgeführt werden.

 
 

Fluoreszenzangiographie

Optische Kohärenztomografie